Hardware-News April 2018

  • Intel versieht seine Core i5, Core i7 und Core i9 Serie unter bestimmten Umständen zukünftig mit einem Plus (+) im Logo. Bei Komplettsystemen wird der potentielle Käufer bald ein Plus auf den Core i-Logos finden. Dabei handelt es sind dann nicht etwa um spezielle Prozessoren, sondern um ein Ausstattungspaket, wie vormals zu Centrino-Zeiten.
    Ist ein PC mit einem „+“ im Logo gekennzeichnet, wird garantiert, dass in diesem Komplettsystem neben der 8. Core-i-Generation auch eine Intel Optane SSD verbaut ist, die mit der Rapid Storage Technology vorkonfiguriert ist. So will Intel die hauseigenen SSDs beim Verkauf pushen. Der Vorteil dieser Komplettsysteme wird darin begründet, dass bei der durch Intel verbauten Komponenten und deren Zusammenspiel eine Leistungssteigerung versprochen wird.

 

  • Intels Kaby Lake G Kombi-CPUs laut Gerüchten mit Polaris statt Vega. Laut Spekulationen soll der Intel-AMD Kombi-Prozessor Core i7-8809G wohl nicht das beinhalten, was angegeben wird. Beworben wird die Kombi mit Intel Kaby Lake G und AMD Radeon RX Vega M. Das System-Analyse-Tool AIDA64 erkannte bei einem Test eine Polaris 22.
    Intel teilte mit, dass es sich bei der GPU um eine „Custom-Radeon-Grafiklösung, speziell hergestellt für Intel“, handle. AMD wollte sich laut Medienbericht zu Kaby Lake G nicht äußern. Ob es sich bezüglich der Namensgebung nun um reines Marketing handelt oder doch technisch begründbar ist, lässt sich wohl schlussendlich nicht bestätigen.

 

  • Neue Nvidia Geforce Generation heißt wohl Geforce GTX 1100 und nicht GTX 2000. Laut angeblichen Informationen von Nvidia-Angestellten soll die neue Serie der Gaming-Grafikkarten von Nvidia auf den Namen GTX 1100 hören. Allerdings soll es wohl laut einer Meldung auch eine Anpassung beim Namensschema geben: So sollen die neuen Grafikkarten nicht mehr unbedingt auf Zahlen wie 70 oder 80 enden. Nach Spekulationen von Tweaktown könnte es neue GPUs auch mit den Endungen 75 oder 85 geben, so dass diese sich stärker von den aktuellen Modellen (1070, 1080) abheben.
    Des Weiteren wird eine Veröffentlichung der neuen Geforce-Generation erst im 2. Halbjahr 2018 erwartet. Analysten nannten Nvidia in einem Forbes-Artikel auch weiterhin eine „Top-Investition“. Auch hier wird übrigens von der GTX 1100-Serie gesprochen und nicht von einer GTX 2000-Serie. Der späte Release-Termin wird darin begründet, dass alle künftigen Generationen auf GDDR6 setzen werden und dieser nicht nur um ca. 20 Prozent teurer sein wird als GDDR5, sondern die Massenproduktion der Chips erst in rund drei Monaten beginnen wird.

 

  • Aufgrund des GPP (Geforce Partner Program) – wir berichteten – erwägen die Hersteller aktuell zusätzliche Produktlinien für AMD-GPUs. Gigabytes RX 580 E-GPU wird nur noch mit einem schlichtem Gigabyte-Branding versehen und wird somit nicht mehr als „Aorus“ vermarktet. Auch die Republic of Gamers (ROG) Radeon-Modelle von Asus verschwinden derzeit immer mehr aus den Onlineshops. Ebenfalls nur noch schwer zu finden sind die von MSI angebotenen RX 570/RX 580 Gaming 8G bzw. Gaming X 8G Modelle. Angeboten werden hier nur noch die Armor-Modelle.
    Ein Hersteller hat aufgrund des GPP bereits angekündigt nun eine eigene Marke für AMD-Karten zu schaffen: Asus will zukünftig Radeons nur noch unter der Marke Arez verkaufen. Gigabyte und MSI wollen diesem Weg folgen und eigene Produktlinien für AMD-GPUs etablieren. Welche Folgen das Nvidia GPP auf die Hersteller hat ist derzeit noch nicht abzusehen. Möglich wäre natürlich, dass kleinere Hersteller gänzlich auf ein Angebot von AMD-Grafikkarten verzichten. Dies würde bedeuten, dass Nvidia sich so die Vormachtstellung im Bereich der Grafikkarten auf lange Sicht sichern könnte und AMD es wesentlich schwerer hat, sich auf dem Markt zu platzieren.

 

  • Seagate gibt Einblick in die aktuelle Forschung von magnetischen Speichermedien. Seagate hat im vergangenen Jahr eine neue Technologie angekündigt, die sowohl die Performance als auch die Kapazität von Festplatten erhöhen soll. Zunächst soll dies getrennt voneinander geschehen. Dabei wird mittels HAMR (Heat Assisted Magnetic Recording) von einem neuen Verfahren gesprochen, das für deutlich effizientere, kostengünstigere und vor allem kühlere Festplatten auf dem Markt sorgen soll. Hierbei wird statt wie bisher auf Eisen und Platin nun auf Dysprosium und Kobalt gesetzt, welche auf nanostrukturierte wabenförmige Membran via Kathodenzerstäubung aufgetragen werden. Bisher ist es nötig, dass diese Bereiche auf mehrere hundert Grad Celsius erhitzt werden müssen, sodass sich diese nach Abkühlung entsprechend neu ausrichten lassen.
    Mittels MACH.2 Multi Actuator Technology werden Lese- und Schreibköpfe in zwei Gruppen unterteilt, die unabhängig voneinander die Plattern beschreiben bzw. lesen können. Laut Seagate sollen die neuen Festplatten mit MACH.2 Übertragungsraten von bis zu 480 MB/s erreichen, was in etwa der Übertragungsgeschwindigkeit einer SSD entspricht.
    Später sollen die beiden Technologien zusammengeführt werden und Kapazitäten bis zu 100 TB sollen möglich sein. Hier werden allerdings noch ein paar Jahre vergehen, denn angekündigt sind für 2023 erst einmal „nur“ 40 TB. Interessant wird der Preis einer solchen Festplatte allemal, denn verglichen mit SSDs bieten magnetische Festplatten immer noch mehr Kapazität für kleines Geld. Dies soll auch so bleiben, denn der Kostenpunkt für diese neue Generation an Festplatten soll laut Seagate dennoch auf einem Zehntel dessen aktueller SSDs sein.

 

  • Intel veröffentlicht finale Micro-Code-Updates – ältere CPUs bleiben außen vor. Intel hat nun die finale Version des CPU-Microcodes veröffentlicht. Allerdings wird Intel nicht – wie ursprünglich angekündigt – ältere Core-2-Prozessoren mit dem Update gegen Spectre Variante 2 versorgen. Die Produktreihen, welche nicht mehr mit dem Microcode-Update versorgt werden, sind im offiziellen Intel „Microcode Revision Guidance“ rot markiert. Der Status wurde zu „Stopped“ geändert. Die Begründung des Herstellers lautet wie folgt:
    • Einzelne Charakteristika der betroffenen Architekturen lassen keine Maßnahmen gegen Spectre 2 via Microcode zu.
    • Der eingeschränkte Kunden-Support erschwert die Verteilung entsprechender Firmware-Updates in der Praxis wesentlich.
    • Kunden-Befragungen haben gezeigt, das die betroffenen CPUs größtenteils in geschlossenen Systemen zum Einsatz kommen, bei denen die Wahrscheinlichkeit für eine Verwundbarkeit gegenüber Spectre ohnehin deutlich geringer ausfällt.

Die Arbeiten an den Updates gegen Spectre sind also seitens Intel abgeschlossen. Nun sind die Hardware-Hersteller dafür verantwortlich, die BIOS- und Firmware-Updates zu verteilen.