Hardware-News Juni 2018

  • Weitere Sicherheitslücken entdeckt. Es wurde eine neue, mit Spectre 1 verwandte, Sicherheitslücke entdeckt. Diese Sicherheitslücke – Speculative Store Bypass, kurz „SSB“ – betrifft Prozessoren von Intel und AMD. Mittels dieser Lücke kann auch auf andere Daten zugegriffen werden, obwohl diese im System abgegrenzt und daher geschützt sein sollten. Die Lücke wurde durch Microsoft und Google Project Zero entdeckt.

AMD hat wohl bereits Patches in der Hinterhand und testet diese gerade. Die Updates sollen dann von Microsoft über Windows Updates verteilt werden. Auch für Linux sind bereits entsprechende Updates in Arbeit.

Seit Bekanntwerden der Spectre-Sicherheitslücken, hatte Intel angekündigt, dass die kommenden Prozessor-Generationen durch Hardware-Änderungen geschützt sein sollen. Allerdings gibt es neue Probleme für bereits veröffentlichte CPUs. Gegen Spectre 2 und 3 sollen die für Ende 2018 angekündigten Prozessoren bereits geschützt sein. Für Spectre 4 (SSB) gibt es nur ein optionales Microcode-Update. Hierbei soll die Funktion über ein Bit einfach deaktiviert werden. Unglücklicherweise sollen mit Einspielen des Updates Leistungseinbußen von bis zu 8 % zu spüren sein. Der neue Microcode soll in den kommenden Wochen durch Hardware- und Betriebssystem-Hersteller verteilt werden.
Zusätzlich tritt bei Intel-CPUs ein weiterer Fehler namens „Rogue System Register Read“ (RSRE) auf, wohingegen AMD seine Prozessoren wohl nicht für betroffen hält.

 

  • Nvidia Geforce GTX 1180 im Juli oder August 2018? Der CEO Jensen Huang teilte mit, dass die neue GPU noch lange auf sich warten lassen soll. Gerüchten bzw. einer Meldung von Tweaktown zufolge, soll dieses „lange“ allerdings bereits am 30. Juli 2018 sein. Dann, so die News-Meldung, dürfen wir von Nvidia die neue Grafikkartengeneration erwarten. Es gibt derzeit sehr wenig glaubwürdige und handfeste Beweise und Leaks über die nächste Geforce-Generation. Zumindest die bisher kursierenden Gerüchte deuten darauf hin, dass ein Release für Juli oder August geplant ist. Auch gehen Spekulationen davon aus, dass der neue HDMI 2.1 Standard integriert werden wird, welcher 4K mit HDR und 120 Hz ermöglicht. Was allerdings als gesichert gilt, ist, dass die neue Generation beim Speicher nicht auf HBM2, sondern auf GDDR6 setzen soll. Eine Vorstellung auf der E3 wurde wohl im Vorfeld doch schon ausgeschlossen. Es heißt also weiterhin abwarten. Wir bleiben dran.

 

  • AMD Zen 2 mit 12 bis 16 CPU-Kernen? Aktuelle Ryzen-CPUs (1000er- und 2000er-Serie) bieten bis zu acht Kerne. Die Threadripper-Modelle haben zwei Dies mit zusammen 16 Kernen. Epyc, die AMD-Server-CPU-Version, bietet beeindruckende 32 Kerne auf vier Dies verteilt. Die nächste Ryzen-Generation (Zen 2) wird im neuen 7-Nanometer-Prozess gefertigt, wodurch höhere Taktraten und eine bessere Energieeffizienz möglich werden. Gerüchten zufolge soll neben Architekturänderung auch der Die mit samt seinen CPU-Kernen wachsen und statt acht dann 12 bis 16 Kerne besitzen. So wäre es durchaus vorstellbar, dass AMD zwei verschiedene Dies herstellt, welche im Maximalausbau vier Dies mit insgesamt 48 oder gar 64 Kerne vorweisen. Dabei handelt es sich aber bisher um reine Spekulation. Eine offizielle Aussage von AMD gibt es dazu nicht. Aufgrund der sehr guten Technologie, die AMD mit seinen Ryzen-Prozessoren auf den Markt gebracht hat, hat sich im Konkurrenzkampf ordentlich was getan. So sieht sich AMD derzeit selbst in der Entwicklung und der Technologie „ein Jahr vor Intel“. AMD stellt seine Prozessoren im 12-Nanometer-Verfahren her, wohingegen Intel seit Jahren Probleme hat, von 14 Nanometer auf 10 Nanometer umzusteigen.

 

  • Intel fürchtet AMD. Nach jahrelangem Konkurrenzkampf um die Krone auf dem CPU-Markt, bei dem AMD stets das Nachsehen hatte, hat sich wohl nun das Blatt gewendet. Intels CEO Krzanich sprach davon, dass es Aufgabe des eigenen Unternehmens sei, AMD „nicht mehr als 15 bis 20 Prozent“ an Marktanteil im Server-Bereich zu überlassen. Analysten sehen darin einen Hinweis darauf, dass AMD gute Fortschritte bei CPUs mit kleineren Strukturen macht und daher den Markt aufmischt. Ebenfalls soll laut CEO Krzanich die eigene GPU erst 2020 auf den Markt kommen. Bis dahin darf abgewartet werden, was sich auf dem Grafikkartenmarkt so tut und, ob Intel zwischenzeitlich den Sprung auf den 10-Nanometer-Prozess bei den CPUs vollziehen kann. Die Furcht vor AMD sieht man auch bei der Präsentation auf der Computex 2018: Intel hat bei der 28-Kern-CPU-Demo „vergessen“ zu erwähnen, dass die CPU übertaktet war. Die Demo wurde zum PR-Fiasko. Man wollte wohl auf den bevorstehenden Ryzen-Threadripper mit 32 Kernen reagieren, hat aber wohl tatsächlich keinen entsprechenden Prozessor in Petto. So wurde kurzerhand die Intel-CPU auf 5 GHz übertaktet. Bei der Vorführung durch den Intel-Manager Gregory Bryant, wurde die CPU vermutlich nur mittels Wasserkühlung auf angenehmen Temperaturen gehalten. Eines steht fest: Intel steht derzeit massiv unter Druck durch AMD.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code